Chemisches Risiko im Bergbau
In Minen werden aus ober- oder unterirdischen Lagerstätten Erze (metallische und andere) mit verschiedenen Methoden abgebaut. Der Abbau erfolgt im Tagebau, Tiefbau oder durch Tiefbohrungen. Im Tagebau werden oberflächennahe Rohstoffe in offenen Gruben abgebaut. Im Tiefbau werden Stollen und Schächte in die Erde getrieben, um Zugang zu den Rohstoffen zu erhalten.
Tiefbohrungen werden überwiegend für Erdöl- und Erdgasförderung sowie das Solen von Salzen eingesetzt:
- Metallerze: Bauxit (aus dem Aluminium gewonnen wird), Kupfer, Gold, Eisen, Blei, Silber und Zink
- Nicht metallische Erze: Stein, Sand, Kies, Lehm und andere Minerale wie Kalk und Pottasche, die als Chemikalien und Dünger eingesetzt werden
Branchenbedingte Chemikalien
- Flusssäure HF
- Diesel
- Arsen
- Schwermetalle
- Schwefelsäure
Chemische Risiken
Die Weiterverarbeitung von Mineralen erfordert eine Reihe von physikalischen und chemischen Prozessen. Diese Prozesse werden vom Ausgraben der Erze bis zur Herstellung des Endprodukts aus Metall durchgeführt.
Die Methoden, um die Minerale physikalisch aus ihrer Umgebung zu lösen sind sehr komplex, wie z.B. das Auslaugen – Vermischen der Erze mit chemischen Lösungen oder anderen Flüssigkeiten, um die verschiedenen Bestandteile aus den Erzen zu lösen. Diverse Chemikalien und Reagenzmittel werden beim Prozess der Trennung eingesetzt. Diese lösen bei Hautkontakt Reizungen und Verätzungen aus. Die Gesamtheit dieser Prozesse wird als "Veredelung" (engl. beneficiation) bezeichnet. Diese Prozesse beinhalten alle Aktivitäten, die darauf abzielen, die Minerale vom Erz zu trennen, Unreinheiten zu eliminieren oder die Minerale für die weitere Verarbeitung vorzubereiten. Zahlreiche physikalische Eigenschaften, wie z.B. die Affinität für bestimmte chemische Produkte, werden als Basis der Trennung der Minerale und Metalle von ihrer Gangmasse benutzt.
Die wichtigsten Prozesse zur Trennung sind:
- Extraktion durch Lösungsmittel: Trennung von einer oder mehreren Substanzen aus einer Mischung. Dabei wird einer wässrigen Lösung der Mischung ein Lösungsmittel zugesetzt, dass die benötigten Minerale bzw. Metalle herauslöst, aber keine unerwünschten Elemente
- Laugung: Extraktionsprozess, bei dem mit Hilfe eines Lösungsmittels wie Wasser, Schwefelsäure oder einer Lösung von Natriumzyanid aus Erzen Metalle und Legierungen herausgelöst werden
- Raffination: elektrolytischer oder chemischer Prozess, bei dem ein reines Metall entsteht
- Flotation: in diesem Prozess werden chemische Produkte und Schäumer der Trübe (Aufschlämmung von zerkleinertem Erz) zugefügt, aus der dann die Minerale extrahiert werden. Eine Reihe von Reaktionsmitteln werden der Trübe als Hilfsmittel zugesetzt: pH- Regulatoren, Sammler und Aktivierungsmittel.

